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Von Maik Richter
DERBY TV Lampertheim und VfR Bürstadt trennen sich
unentschieden 1:1
Am Ende der 90 schweißtreibenden Minuten haben die
Rasenspieler aus Bürstadt sogar noch die Kraft, einen Kreis
zu bilden und zu tanzen. Die Leichtigkeit in den Knochen -
wohlgemerkt bei weit über 30 Grad in der Sonne - kommt
dadurch zustande, dass das Team von Trainer Karl-Heinz Göbel
am Sonntagnachmittag vom ambitionierten TV Lampertheim einen
alles in allem verdienten Punkt mit nach Haue nehmen konnte.
Das sieht auch Göbel nach den 90 Minuten so: "Wir hatten im
Mittelfeld mehr Spielanteile. Für einen A-Liga-Aufsteiger
war das ordentlich", attestiert Göbel seinen Jungs eine gute
Leistung. Nach dem Schlusspfiff nimmt er sich demonstrativ
jeden einzelnen seiner Akteure vor, klatscht ab und lobt.
Besonders Tobias Münch, der kurz vor Schluss nach einem Foul
mit Gelb-Rot vom Platz flog (87.), heimst ein Extralob für
ein "ganz starkes Spiel" ein. Es ist Münch, der in der
Schlussphase, als die gastgebenden Rothemden noch einmal
drücken, gleich mehrere wichtige Zweikämpfe - unter anderem
gegen René Salzmann - gewinnt. Dass die Partie mit einem
Platzverweis (Gelb-Rot) für seinen Schützling endet,
verzeiht Göbel dabei gerne.
Doch der Reihe nach: Die Begegnung im Sportzentrum Ost
beginnt rasant: Schon nach drei Minuten bringt Neuzugang
Michael Bopp die Hausherren in Führung - in einer Phase, in
der die Gäste noch nach Ordnung suchen. Die Frage, ob sich
ein lustiges Scheibenschießen anbahnt, muss spätestens nach
sechs Minuten aufgeworfen werden, als Salzmann alleine vor
VfR-Torhüter Markus Jakob auftaucht und nur knapp verfehlt.
"Wir haben nach dem frühen Rückstand die Ruhe bewahrt", wird
Göbel später sagen. Nach und nach kämpft sich der Aufsteiger
in die Begegnung, macht die Räume im Mittelfeld geschickt
eng und lässt die Schaltzentrale des TVL, Pascal Simon, kaum
zur Entfaltung kommen. Ein Freistoß und die clevere
Vorbereitung des Tors sind die auffälligsten Szenen Simons
in Hälfte eins.
Dabei muss Göbel schon nach 30 Minuten wechseln: Bastian
Grischek scheidet mit Darmproblemen aus. Für ihn kommt Yusuf
Ekin ins Spiel, dem man seinen Trainingsrückstand noch
anmerkt. Die Spannungskurve der Partie bewegt sich nun
stetig nach unten. Marco Falkenstein kommentiert nach 36
Minuten: "Männer, ihr steht!" Ins allgemeine Seufzen über
die Hitze mischt sich schließlich vor der Pause noch
Kurioses: Einen Ball an den langen Pfosten können André Volk
und Christian Knecht nicht klären, stattdessen prallt die
Kugel von Volks Knie aus ins eigene Tor - 1:1 (43.). Äußerst
unglücklich!
Nach dem Seitenwechsel ist es der VfR Bürstadt, der mehr in
die Begegnung investiert und sich ein optisches Übergewicht
erarbeitet. "Gut so, Männer", heitert Coach Göbel seine
Mannen auf. Die klareren Chancen hat aber der TV: In der 59.
Minute macht André Volk sein Eigentor fast wieder wett, aber
nur fast: Sein Schuss aus der Nahdistanz wird geblockt. Die
Partie verliert nun wieder an Niveau, so dass der
Schiedsrichter gar Zeit hat, falsche Einwürfe zu ahnden. So
plätschert die Begegnung ihrem Ende entgegen. Der VfR ist
mit dem Zähler zufrieden, auch der TVL riskiert nicht mehr
allzu viel. Michael Bopp vergibt noch eine
Nitsche-Hereingabe. Dann ist Schluss. Und auf dem Rasen
tanzt der VfR.
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