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Vom 31.07.2009
Von Philipp Sémon
LAMPERTHEIM. Eine starke Abwehr hatte der TV Lampertheim in
der Fußball-Kreisoberliga schon in der letzten Saison. 46
Gegentreffer in 28 Ligaspielen gehörten mit zu den besten
Werten im gesamten Klassement. Im Sturm haperte es dagegen
gewaltig - 45 eigene Treffer sind der deutliche Beleg. Nun
soll alles besser werden. "Jemand, der aus dem Nichts ein
Tor macht, hat uns im letzten Jahr gefehlt", so Trainer
Marco Falkenstein. Einen solchen Spielertypen haben die
Turner nun wohl gefunden.
Die Ausschreibung der Lampertheimer könnte wie folgt
ausgesehen haben: Junger Spieler gesucht, der sich schnell
ins Team integrieren kann; vor dem Tor soll er nicht lange
fackeln und den Killerinstinkt ins Sportzentrum Ost
mitbringen. Das Auswahlverfahren hat einen Kandidaten
hervorgebracht: Michael Bopp, Neuzugang des Klassenrivalen
SG Riedrode, schickt sich an, diese Rolle zu übernehmen. In
vier Vorbereitungsspielen netzte der Angreifer insgesamt
zehnmal. Er verkörpert die Kaltschnäuzigkeit vor dem
gegnerischen Kasten, die den Rot-Weißen in der Vorsaison
abging. Und auch sonst hat sich in der Offensive einiges
getan. "Wir haben uns gut verstärkt", ist auch das Urteil
von Falkenstein.
Die Verstärkungen führen auch dazu, dass der TV numerisch so
gut wie noch nie besetzt ist. "Im Training geht es schon
ganz anders zur Sache", sagt Falkenstein. Der Kampf um die
Stammplätze soll sich daher nicht nur auf die Zeit der
Vorbereitung beschränken, auch während der Runde bekommt
niemand einen Freifahrtschein ausgestellt. "Wer keine
Leistung bringt, der spielt auch nicht", so Falkenstein.
Letztlich soll auch das intakte Mannschaftsgefüge dazu
beitragen, dass sich kein Spieler beleidigt verkriecht, wenn
er einmal auf der Bank Platz nehmen muss. Nicht zuletzt
sollen auch die Spieler ein Bewusstsein für die eigene
Leistungsstärke entwickeln. "Da appelliere ich an die
Selbsteinschätzung."
Ein konkretes Saisonziel gibt es jedoch nicht. "Natürlich
will man sich jedes Jahr verbessern, ich gebe aber kein Ziel
aus", so Falkenstein. Führungsspieler Christian Schmitt
drückt es so aus: "Ich hoffe, dass wir den Nichtabstieg
diesmal früher klarmachen können und den ein oder anderen
Punkt mehr sammeln." Dabei hat Falkenstein neben sportlichen
Erfolgen noch einen ganz anderen Wunsch für die kommende
Spielzeit: "Als allererstes wollen wir diesmal von
schlimmeren Verletzungen verschont bleiben." In der letzten
Saison erwischten die Turner nämlich ein echtes Seuchenjahr.
Spieler fielen nicht nur aus, sie fielen monatelang aus.
Gerade die Viererkette musste Falkenstein ständig umbauen.
Umso erstaunlicher, dass die Spargelstädter dennoch meist
sicher in der Defensive standen.
Dennoch gibt es einen wichtigen Faktor, der Falkenstein
Sorgen bereitet - die Unerfahrenheit. "Das Team ist noch
sehr jung, es fehlt an Routine." Ein Kandidat, der auf dem
Platz viel spricht und seine Nebenleute dirigieren kann,
wäre Jury Mai. Der hat allerdings noch Probleme mit dem Knie
und ist noch nicht voll belastbar. Über einen gefühlten
Neuzugang werden sich die Lampertheimer im Optimalfall auch
bald freuen: Florian Schmitt musste wegen anhaltender
Kniebeschwerden beinahe die gesamte letzte Saison passen.
Mittlerweile kann er wieder weitgehend beschwerdefrei mit
den Kollegen üben. "Er gibt grünes Licht, wenn er für einen
Einsatz bereit ist", so Falkenstein.
Florian Schmitt wäre eine weitere Bereicherung für die
Offensive, die in dieser Spielzeit wesentlich schwerer
auszurechnen sein dürfte. Wo der TVL am Ende landen wird,
vermag auch Coach Falkenstein nicht zu beantworten: "Wir
können jeden schlagen, können aber auch gegen jeden
verlieren." Da es in dieser Spielzeit wohl keinen
Top-Favoriten in der Kreisoberliga geben wird, kann das auch
für die Turner vieles bedeuten. Eine sichere Platzierung im
Mittelfeld ist dank der neuen Offensivstärke aber sicher
drin.
Der Kader:
Vom 31.07.2009
Christian Knecht, Peter Hecher, André Volk, Marvin Osswald,
Sascha Deissler, Robert Meier, Christian Schmitt, Sascha
Brenner, Benjamin Lang, Manuel Reichenecker, Michael Bopp,
Marc Brunner, Marcel Guldner, Matthias Hecher, Julius Klute,
Jan Kuschnir, Hendrik Wegerle, Andreas Lentz, Jury Mai,
Stefan Nitsche, Marc Christopher Schader, Florian Schmit,
Wladislav Tutschenko, René Salzmann, Simon Engelhardt,
Thomas Stangel, Uwe Lauinger.
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