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Oliver Lohmann zur
Platzsanierung
Heute Politiker in Lampertheim
zu sein, ist sicher frustrierend. Altlasten führen zu
ständig neuen Ausgaben und damit Kopfzerbrechen. Vergangene
Entscheider-Generationen in Lampertheim haben nicht bedacht,
dass Mülldeponien in sich zusammensacken. Nun sind darauf
gebaute Sportflächen mehr als uneben, und es muss immer
wieder Geld in die Sanierung gesteckt werden. Da können sich
Stadt und Kreis nicht ganz aus der Verantwortung stehlen.
Der TV Lampertheim allerdings kombinierte die
Sanierungsnotwendigkeit geschickt mit der Forderung nach
einem Kunstrasenplatz. Der größere Anteil an den Kosten geht
für den Kunstrasenplatz drauf - die Politiker sind nicht
verpflichtet, den zu bezahlen. Kommt es aus Geldmangel dazu,
dass nur der Tennenplatz saniert wird? Denn die
Einnahmensituation der Stadt wird sich angesichts der
Wirtschaftskrise verschlechtern. Und: Wenn der Tennenplatz
beim TVL saniert wird, sollte der Platz, auf dem die Azzurri
spielen, ebenfalls saniert werden. Denn der ist wegen der
früheren Mülldeponie ähnlich uneben und bietet daher ein
hohes Verletzungsrisiko.
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Hierzu der Leserbrief vom
16.05.2009
Zum Bericht über den Wunsch
des TVL nach einem Kunstrasenplatz und den Kommentar
„Geschickt kombiniert“ vom 14. Mai:
Sportliches Überleben
Eigentlich erwartet man von einem Kommentator eine sachlich
fundierte Analyse eines Sachstands. Hier hat sich Herr
Lohmann jedoch in eine falsche Richtung manövriert.
Als jahrelanger Jugendleiter und
nunmehr Sportausschuss der Fußballabteilung des TV
Lampertheim kann ich diese Kommentierung nicht so stehen
lassen. Allein schon die Überschrift will dem neutralen
Leser vermitteln, dass der TVL mit List und Tücke den
verantwortlichen Politikern die unabdingbare Sanierung des
maroden Hartplatzes als nicht durchführbar darstellt und
dafür ein Kunstrasenneubau schmackhaft machen will. Der
Tennenplatz ist leider nicht mehr sanierbar. Da der
Hartplatz auf einer ehemaligen Mülldeponie gebaut wurde und
es dadurch zu erheblichen Setzungen gekommen ist, ist es
notwendig, zunächst den Untergrund zu bearbeiten. Es bleibt
daher nur die Drehung des Platzes um 90 Grad und ein
Neuaufbau als Kunstrasen auf dem Bereich des Geländes,
welches in Zukunft sich nur noch unwesentlich setzen wird.
Wie man diese Tatsache als „geschickt kombiniert“ darstellen
kann, wird seitens der Verantwortlichen des TVL nur mit
einem verständnislosen Kopfschütteln registriert.
Ganz und gar nicht passt der
Vergleich mit Azzurri Lampertheim. Hat Herr Lohmann
vergessen, dass im Adam-Günderoth - Stadion im Rahmen des
Konjunkturprogramms ein Kunstrasenplatz gebaut werden soll?
Dass Azzurri Lampertheim zwei
Seniorenmannschaften stellen, die am Spielbetrieb
teilnehmen? Jugendarbeit Fehlanzeige. Dass der TVL dagegen
16 Mannschaften zum Spielbetrieb angemeldet
hat? Dass bei einem nur etwas stärkeren Regen der
Tennenplatz weder zum Training, geschweige denn zu einem
Spiel nutzbar ist? Dass der TV Lampertheim über 300
Jugendliche die ganze Woche über im Trainingsbetrieb
beschäftigt und damit einen wertvollen gesellschafts- und
sozialpolitischen Beitrag leistet?
Wenn diese Argumente nicht
zählen, was zählt denn dann? Sicher ist die derzeitige und
auch zukünftig absehbare finanzielle Lage der Kommunen nicht
rosig, doch wenn der Wunsch nach einem Kunstrasenplatz nicht
in naher Zukunft verwirklicht werden kann, ist ein
erheblicher Mitgliederschwund von Fußballern nicht zu
vermeiden, da diese dann bessere Trainingsund
Spielmöglichkeiten bei Vereinen, die einen Kunstrasen ihr
Eigen nennen, suchen werden. Die gesamte, mit sehr viel
Herzblut und ehrenamtlichem Engagement aufgebaute Jugend-
und Entwicklungsarbeit der letzten zehn Jahre wird langsam,
aber sicher zunichte gemacht. Das sollten alle
Verantwortlichen bei ihrer Entscheidung berücksichtigen.
Und hier können sie dann
„geschickt kombinieren“: das sportliche Überleben der
Fußballabteilung des TV Lampertheim – kombiniert mit der
Möglichkeit eines zeitgemäßen Sportbetriebs junger Menschen.
Frank Willhardt,
Lampertheim
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